Karsten Acker

menschen_AckerKarsten absolvierte seine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel an der BBS Pirmasens

Karsten (20 Jahre), absolvierte erfolgreich eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel an der BBS Pirmasens

Im Interview beschreibt Karten Acker seinen nicht immer gerade aus verlaufenden schulischen Bildungsweg. Umso besser, dass es am Schluss geklappt hat.

Ende gut, alles gut?

„Ich würde sagen, die Hälfte der Strecke ist geschafft.“

Wie ist Deine Schullaufbahn vor der Berufsbildenden Schule verlaufen?

„Meine Schullaufbahn war eigentlich ziemlich katastrophal. Ich habe 2009 meine Hauptschule beendet und dann direkt im Anschluss versucht, an der BBS Pirmasens meine Mittlere Reife in der Berufsfachschule 1 im Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung nachzuholen. Das ging absolut in die Hose. Dann habe ich den Fehler gemacht und wollte im selben Jahr einen Folgeversuch an der BBS Rodalben in der Fachrichtung Metalltechnik starten. […] Dort war bei mir vom ersten bis zweiten Halbjahr durchgängig die Note 5 bis 6 zu sehen. Das wurde infolgedessen auch nichts.“

War der Kaufmann im Einzelhandel Dein Berufswunsch?

„Ich hatte nie eine Vorstellung von meinem Wunschberuf, ich musste zuerst etwas durchleben, was ich nicht unbedingt als meinen Wunsch bezeichnen würde, um festzustellen, was ich danach unbedingt machen möchte. Eine Ausbildung ist eine Erfahrung, die einen zum Nachdenken animiert. […]“

Warum hast Du Dich gerade für diesen Ausbildungsberuf entschieden?

„Ich habe mir mithilfe der Bundesagentur eine Ausbildungsstätte gesucht. […] Ich habe genommen was da war. Ich dachte mir: Im Einzelhandel gibt es genug Arbeitsplätze. […] Außerdem ist das meiner Ansicht nach eine breit gefächerte Ausbildung, in der ich sehr gute Anschlussmöglichkeiten habe. Im Zuge dessen wurde mir über die Bundesagentur für Arbeit eine überbetriebliche Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel angeboten, die ich auch angenommen habe.“

Was mochtest Du besonders während Deiner dualen Ausbildungszeit an der BBS Pirmasens?

„Die Schule – das muss ich ganz klar sagen – war von vornerein ein klarer Motivationspunkt während der Ausbildung. An der BBS Pirmasens wusste ich immer den Mittelpunkt des Geschehens zu schätzen: die Lehrkraft. Alle Lehrkräfte haben sich immer „menschlich-gemeinschaftlich“ verhalten und weniger „lehrbeamten-rhetorisch“ […], was ungemein zu einem guten Klassenklima beiträgt. Außerdem wusste jede Lehrkraft auf ihrem Spezialgebiet die Themen interessant zu gestalten und mit einer Sinnhaftigkeit zu belegen, so dass die Schüler Zusammenhänge besser erkennen konnten und Themen nicht nach dem „Weil´s-halt-so-ist“ Prinzip bestritten wurden. In diesem Sinne war es für mich jedes Mal eine „Erholung“, zum Unterricht antreten zu dürfen. Die Schule ist mit ihrer aktuellen Besetzung auf dem besten Weg, den Schülern einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Denn ich fühle mich durch die Schule besser auf den Beruf vorbereitet, als durch die Praxis im Ausbildungsbetrieb.“

Wenn Du mal zurückblickst auf die letzten zwei bis drei Jahre. Was war ein besonderes Highlight an der BBS Pirmasens?

„Unser Herr Schmelzle. Er war ja bereits mein Lehrer in der Berufsfachschule 1 und hat mich dort schon erlebt. Ein halbes Jahr nach Start der Ausbildung sagt er zu mir, er kenne mich nicht mehr wieder und sehe nicht mehr den Schüler, den er damals hatte. Ich hätte mich um 180 Grad gedreht. Das war ein kleiner Feueranstoß, der mir ganz klar gezeigt hat, ich muss mich verändert haben, und das war ein Motivationsschub. Auch die Projekte, die im Unterricht gelaufen sind, z. B. unser WM-Projekt im Rahmen des Marketings.“

Wo siehst Du Verbesserungspotential an der Schule?

„Die Zusammenarbeit zwischen der Industrie- und Handelskammer, der Schule und den Betrieben müsste verbessert bzw. weiter ausgebaut werden.“

Unsere Schule hat ja das Motto „Mit uns in eine berufliche Zukunft“. Ist das Motto erfüllt?

„Das sehe ich gerechtfertigt. Alleine wenn ich mir das Bildungsangebot anschaue.“

Welchen Tipp hast Du für Schüler/-innen, die gerade auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind?

1.       „Sie sollten die eigene Schulbildung in Relation mit den Berufswünschen setzen und somit überprüfen, ob die gewünschte Ausbildung realistisch erscheint.“

2.       „Stets einen ‚Plan B‘ haben, sich nach Alternativausbildungen erkundigen.“

3.       „Bei Leistungsdefiziten in der gewünschten Ausbildung über den zweiten Bildungsweg (Abendschule, BOS, WG und TG) informieren und mit Alternativen kombinieren (z. B. Ausbildung und Mittlere Reife).“

4.       „Berufswunsch immer mit vorherigem Praktikum absichern.“

5.       „Eigene Leistungsgrenzen sowie Lern- und Motivationsgrenzen in Bezug auf das Vorhaben kennen lernen, z. B. mit einem Berufswahltest.“

6.       „Berufsinformationsveranstaltungen oder Bewerberseminare besuchen.“

Was hast Du für weitere Zukunftspläne?

„Ich möchte weiter in meine Bildung investieren und mein Abitur an der BOS nachholen; hier habe ich bereits eine Zusage. Danach möchte ich auch beruflich meinen Weg gehen. In meinem Berufsfeld möchte ich eventuell den Wirtschaftsfachwirt, danach den Betriebswirt und ein BA-Studium in Wirtschaft und Verwaltung anstreben.“

Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir für Deine berufliche Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.